Hänge-WC selbst installieren und fliesen

Hänge-WC im Badezimmer
Foto: Saniweb

Ein modernes Badezimmer besticht heute vor allem durch klare Linien und hygienische Lösungen. Das klassische Stand-WC hat dabei längst ausgedient und Platz gemacht für das elegante Hänge-WC. Wenn du vor einem leeren Raum stehst, in dem lediglich die Anschlüsse für Wasser und Abwasser aus der Wand oder dem Boden ragen, mag das Projekt zunächst groß erscheinen. Doch mit ein wenig handwerklichem Geschick und der richtigen Planung lässt sich die Vorbauwand samt WC-Element hervorragend in Eigenregie realisieren.

Die Basis: Das Montageelement richtig setzen

Der erste und wichtigste Schritt ist die Installation des Vorwandelements. Dieses robuste Stahlgestell trägt später nicht nur die Keramik, sondern beherbergt auch den Spülkasten und die gesamte Technik. Bei der Auswahl des Elements gibt es zwei wesentliche Variationen: die Trockenbauelemente und die Nassbauelemente. Während Nassbauelemente eingemauert oder mit Steinen ummaueret werden müssen, sind Trockenbauelemente ideal für Heimwerker, da sie einfach mit dem Boden und der dahinterliegenden Wand verschraubt werden. Um sicherzugehen, dass alle Komponenten von der Dichtung bis zum Spülkasten perfekt zusammenpassen, empfiehlt sich ein Blick in das Sortiment von Fachhändlern wie Saniweb. Dort findest du aufeinander abgestimmte Komplettsets, die den Einbau erheblich erleichtern.

Bei der Montage ist die exakte Ausrichtung entscheidend. Nutze eine Wasserwaage, um das Element sowohl vertikal als auch horizontal perfekt zu justieren. Die Standardhöhe für die Oberkante der WC-Keramik liegt meist bei 40 Zentimetern, was am Element durch den sogenannten Meterriss (eine Markierung bei genau einem Meter über dem fertigen Fußboden) kontrolliert werden kann. Als HeimwerkerIn kannst und solltest du die Höhe der Toilette jedoch selbst entscheiden, da diese den Komfort beeinflusst. Trägst du beispielsweise Schuhe im Haus bzw. Gäste-WC? Auch deine Körperlänge sowie die deiner Mitbewohner spielen bei der Entscheidung der Toilettenhöhe eine Rolle. Sobald das Gestell auf der gewünschten Höhe fest verankert ist, werden die Wasserleitungen angeschlossen und das Abwasserrohr in die vorgesehene Manschette eingepasst.

Verkleidung und Vorbereitung für das Fliesen

Ist die Technik installiert, folgt die Verkleidung der Vorbauwand. Hierbei hat sich die Verwendung von speziellen Feuchtraum-Gipskartonplatten (meist grün eingefärbt) bewährt. Ein wichtiger Profi-Tipp für die Stabilität: Verkleide das Element immer doppelt. Zwei Lagen Gipskarton verhindern, dass die Wand später unter dem Gewicht der Last und der Benutzung des WCs schwingt, was ansonsten zu Rissen in den Fliesenfugen führen könnte. Bevor die Platten verschraubt werden, müssen die Öffnungen für das Abflussrohr, das Spülrohr, die Gewindestangen der Aufhängung und die Drückerplatte präzise mit einer Lochsäge oder Stichsäge ausgeschnitten werden.

Die Wahl der richtigen Fliesen

Für die Gestaltung der Vorbauwand eignen sich besonders robuste Materialien wie Feinsteinzeug. Da das WC eine technische Zone ist, die häufig gereinigt wird, solltest du auf Fliesen mit einer glatten oder nur leicht strukturierten Oberfläche setzen. In modernen Bädern sind großformatige Fliesen sehr beliebt, da sie das Vorwandelement oft mit nur wenigen Fugen abdecken können. Dies sieht nicht nur edel aus, sondern ist auch deutlich pflegeleichter. Kleinere Mosaikfliesen hingegen bieten sich an, wenn die Vorbauwand Rundungen aufweist oder als bewusster Akzent im Raum hervorstechen soll. Achte darauf, dass der Fliesenkleber flexibel ist, um minimale Bewegungen des Untergrunds auszugleichen.

Das Fliesen der Vorbauwand

Beim Fliesenlegen beginnst du am besten an der Vorderseite des Elements. Plane das Layout so, dass die Schnitte symmetrisch verlaufen. Idealerweise liegen die Bohrungen für die WC-Anschlüsse mittig in einer Fliese oder gleichmäßig verteilt auf einer Fuge. Trage den Flexkleber mit einem Zahnspachtel auf und drücke die Fliesen fest an. Nachdem die Front fertig ist, werden die Seiten und gegebenenfalls die obere Ablagefläche gefliest. Hierbei kannst du Eckschutzschienen aus Aluminium oder Edelstahl verwenden, um saubere Kanten zu erhalten und die Flaschenkanten vor Abplatzungen zu schützen. Sobald der Kleber ausgehärtet ist, werden die Zwischenräume mit Fugenmörtel verschlossen und die Übergänge zur Wand sowie zum Boden mit elastischem Sanitärsilikon ausgespritzt.

Montage der Keramik und Fertigstellung

Der krönende Abschluss ist das Aufhängen des WCs. Zunächst müssen das Spül- und das Abwasserrohr auf die richtige Länge gekürzt werden. Hier ist Präzision gefragt: Miss lieber zweimal nach, bevor du zur Säge greifst, denn zu kurze Rohre führen unweigerlich zu Undichtigkeiten. Bevor die Keramik auf die Gewindestangen geschoben wird, sollte ein Schallschutzset – eine dünne Schaumstoffmatte – zwischen Fliesen und WC platziert werden. Dieses verhindert den direkten Kontakt von Keramik auf Keramik (oder Fliese) und minimiert Fließgeräusche.

Ziehe die Muttern gleichmäßig handfest an, aber vermeide rohe Gewalt, um die Fliesen nicht zu beschädigen. Zuletzt wird die Drückerplatte montiert, die meist einfach auf den Spülmechanismus geclippt wird. Nach einer kurzen Funktionsprüfung, ob alles dicht ist und die Spülung einwandfrei arbeitet, ziehst du eine letzte Silikonfuge rund um die Keramik. Mithilfe dieser strukturierten Vorgehensweise verwandelt sich dein Rohbau im Handumdrehen in eine moderne Wohlfühloase.