Die größten Gefahren in Haus und Wohnung vermeiden

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Feuerentwicklung ist eine der größten, aber bei Weitem nicht die einzige Gefahr im Haushalt, der oft schon durch entsprechende Baumaßnahmen entgegengewirkt werden kann. Bildquelle: Adobe Stock / Brian Jackson / 450103175

Wer an Unfälle denkt, hat oft zunächst den Straßenverkehr im Sinn. Doch die Sterbefälle bei Verkehrsunfällen sind jährlich in der Regel deutlich geringer als jene durch Unfälle im Haushalt. Vor allem ab 65 Jahren steigt das Risiko statistisch deutlich, an den Folgen eines Unfalls im Haushalt zu sterben. Doch auch die Zahlen für jüngere Menschen sind erschreckend. Es gilt deshalb, die größten Gefahren in Haus und Wohnung zu kennen und ihnen – mitunter schon im Rahmen baulicher Maßnahmen – vorbeugend entgegenzuwirken.

Feuer und Hitze

Die Küche

Feuer und Hitze im Haushalt gehören zu den Gefahren, die wohl am schnellsten tödliche Folgen haben können. Das fängt bereits mit unachtsamem Umgang mit Töpfen in der Küche an. In Kombination mit einem Gasherd können sie sogar zu Hausbränden führen.

Denn Gasherde entwickeln besonders hohe Temperaturen von mitunter bis zu 1500 °C. Bestimmte Töpfe oder Pfannen, die bei angeschalteter Herdplatte auf dem Herd vergessen werden, kann das tatsächlich zum Schmelzen bringen. Das flüssige Metall wiederum läuft dann oft vom Gerd und setzt wieder andere Gegenstände in Brand.

Gegen eine solche Gefahr hilft letztlich nur, bei jeglichen Aktivitäten mit Küchengeräten und insbesondere dem Herd, aufmerksam zu sein und alles lieber doppelt zu überprüfen. Töpfe und Pfannen sind bestenfalls nach dem Kochen stets vom Herd zu nehmen.

Apropos Herd: Vor allem für kleinere Kinder sind heiße Herdplatten bei Elektroherden natürlich auch eine große Gefahr für Verbrennungen. Zudem ziehen Kinder – egal bei welcher Art von Herd – gerne mal an einem Topf mit heißem Wasser. Um all die schlimmen Folgen zu vermeiden, lohnt es sich, sogenannte Herdschutzgitter vorübergehend anzubringen. Meist lassen sie sich mittels Schraubzwingen und Klemmmechanismus an Arbeitsplatte oder Herd anbringen und verhindern bestenfalls den Zugang der Kleinsten im Haushalt zum Herd.

Offenes Feuer und Kamine

Neben Bränden durch unsachgemäßen Gebrauch von Küchengeräten, stellen ebenso offene Feuerstellen in geschlossenen Räumen eine große Gefahr dar. Allen voran stehen Kerzen und offene Kamine.

Offene Kerzen sollten niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Am besten stehen sie außerdem auf Unterlagen aus feuerfestem Material. Nach der wirklichen Nutzung sollten sie nicht „von allein ausgehen“, sondern händisch gelöscht werden.

Beim Kamin wiederum gilt es, schon bei der Planung während des Baus, auch hinsichtlich der Brandschutzregeln einiges zu bedenken:

  • Der Ort, an dem der Kamin stehen sollte, ist sorgfältig zu wählen. Der Raum muss mindestens vier Kubikmetern für jedes Kilowatt Leistung des Ofens und Stunden Betriebsdauer aufweisen. Denn der Kamin bezieht den bei der Verbrennung verbrauchten Sauerstoff aus der Raumluft. In einem kleinen Raum kann er zu einer gefährlich niedrigen Sauerstoffkonzentration in der Luft führen.
  • Kamine müssen mindestens 20 Zentimeter Abstand zu Wänden haben. An der Vorderseite gilt es, einen Sicherheitsabstand von rund 80 Zentimeter zu wahren – dies ist der Strahlungsbereich des Ofens. Funkenflug und starke Hitzestrahlung sind hier die Gefahren.
  • Unter einem Kamin ist eine nicht brennbare Bodenplatte zu verbauen. Diese schützt brennbare Fußbodenteile.
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Beim Einbau eines Kamins sollten einige Dinge beachtet werden. Bildquelle: Adobe Stock / koldunova / 297409377

Wichtig: Rauchmelder

Grundsätzlich sind schon beim Bau bestenfalls großzügig Rauchmelder in möglichst allen Räumen zu installieren. Das Gesetz sieht fast überall vor, dass in Wohnungen zumindest Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens mit einem Rauchmelder ausgestattet sind. Allerdings unterscheiden sich die Vorschriften von Bundesland zu Bundesland, weshalb man einen Blick auf eine Übersichtsseite werfen sollte, wenn man unsicher ist.

Wichtig ist, dass die Rauchmelder so eingebaut und betrieben werden, dass der Brandrauch frühzeitig erkannt wird und gemeldet werden kann. Übrigens muss in Mietobjekten der Vermieter für die Ausstattung der Zimmer und Flure mit Rauchmeldern sorgen.

Eine Pflicht für Feuerlöscher in Wohnungen gibt es im Übrigen nicht. Es ist dennoch dazu zu raten, zumindest ein kleines Exemplar in einem Abstellraum zu lagern. Denn oft ist die Überforderung im Falle eines Brandes groß. Dann ist es praktisch, zu wissen, dass man mit einem Feuerlöscher nicht noch für eine Verschlimmbesserung der Lage sorgt.

Gefahr durch Rauch, Gas und Gifte

Vom Thema Brandentwicklung ist der Schritt zur nächsten Gefahr im Haushalt, dem Rauch und den Gasen, nicht weit. Bei Bränden entsteht immer auch eine hohe Rauchentwicklung. In geschlossenen Räumen sammelt sich meist so schnell so viel Rauch, dass sie nicht mehr ohne nur ohne zu Atmen betreten werden sollen. Andernfalls droht eine Rauchvergiftung.

Drei Stoffgruppen werden dabei für den Körper gefährlich:

  • Reizgase, wie Chlorwasserstoff oder Schwefeldioxid, die eine ätzende Wirkung auf die Atemwege haben
  • Giftgase, wie Kohlenmonoxid oder Blausäure, welche die Sauerstoffaufnahme im Körper verhindern
  • Rußpartikel und Dioxine, die mechanische Verschlüsse und Verlegungen innerhalb des Körpers bilden und als Transportstoffe für andere Gifte dienen

Um zu vermeiden, dass sie sich schädlich auf den Körper auswirken, sollte durch ein Öffnen der Fenster möglichst schnell versucht werden, den Großteil des Rauchs zu entfernen. Während eines akuten Brands jedoch sind Fenster geschlossen zu halten, um die Flammen nicht zu verstärken. In diesem Fall hilft nur noch, Haus oder Wohnung zu verlassen.

Abgesehen von Rauch und Gas können gerade während des Bauens oder auch Sanierens und Renovierens Gifte durch bestimmte Baumaterialien und Gegenstände den Körper gefährden. Doch auch später, während des täglichen Bewohnens, können manche Gifte unbemerkt in den Körper gelangen.

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In viele Farben und Lacken sind gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Bildquelle: Adobe Stock / Ilshat / 350249709

Flüchtige Organischen Verbindungen (VOC) sorgen oft nicht nur für unangenehmen Geruch, sie können auch gesundheitliche Probleme hervorrufen. Allergien oder Schädigungen der Atemwege, sowie Augen- und Hautreizungen sind die häufigsten Folgen. Doch selbst eine Schädigung der Organe oder gar die Förderung von Krebserkrankungen sind nicht auszuschließen. Die meisten dieser Ausgasungen gehen aus von

  • Baustoffen,
  • Farben,
  • Lacken,
  • Teppichen,
  • Möbeln und
  • Klebern.

Sie sollten beim Bau und bei der Einrichtung daher darauf achten, folgende Stoffe zu vermeiden:

  • Formaldehyd
  • Pyrethroide
  • Diethylhexylphthalat
  • Polychlorierte Biphenyle

Zudem ist es sinnvoll, beim Kauf von Farben, Lacken, Abbeizmitteln und Holzschutz auf möglichst natürliche und unschädliche Produkte zu achten.

Stolpern und Ausrutschen

Nicht nur, aber vorwiegend ältere Menschen, die nicht mehr ganz so sicher zu Fuß sind, erleiden im Haushalt häufig Unfälle durch Stolpern oder Ausrutschen. Es kann dadurch zu kleineren Verletzungen, wie einem gestauchten Knöchel kommen. Immer wieder enden Stürze im Haushalt aber auch tödlich – etwa, wenn ein Sturz auf den Kopf erfolgt und niemand schnell zu Hilfe kommt.

Es gibt etliche verschiedene Stolperfallen im Haushalt, die es zu vermeiden gilt. Für all diese gibt es entsprechende Lösungen, die schon bei der Planung einer Wohnung oder eines Hauses berücksichtigt werden können. Das ist nicht nur sinnvoll, wenn sofort jemand Älteres die Räume bezieht. Vielmehr ist der Gedanke, dass früher oder später jemand dort wohnen wird, der nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, inklusiv, nachhaltig und zeitgemäß. Barrierefreiheit wird daher bei heutigen Baumaßnahmen im Öffentlichen wie im Privaten ganz groß geschrieben.

Die entsprechenden baulichen Maßnahmen denken dabei etwa beim Bau von Treppen das Installieren einer Rampe oder eines Treppenliftes genauso mit, wie das Planen einer bodenebenen Dusche. Auch das Entfernen von Türschwellen oder das Überbrücken dieser mit kleinen Rampen an jeder Tür kann Stürze verhindern.

Elektrizität

Rund um die Elektrizität kommt es im Haushalt letztlich ebenfalls immer wieder zu mitunter tödlichen endenden Unfällen. Es ist daher zu empfehlen, selbst beim Eigenbau diverse Neuinstallationen, was Kabel, Stecker oder Netzgeräte betrifft, von Elektrofachleuten durchführen lassen. So verhindert man das Risiko, Opfer eines Stromunfalls zu werden.

Das gilt zwar für alle Räume, besonders aber in Bädern und WCs. Denn hier kann die Kombination aus Strom und Wasser besonders gefährliche Folgen haben.

Übrigens müssen Steckdosen im Bad, auf dem Balkon sowie vor dem Haus bei Neuinstallationen durch einen Fehlerstrom-Schutzschalter geschützt sein. Ein solcher schützt effektiv vor Stromschlägen. In vielen Altbauten sind solche Schutzschalter oftmals noch nicht installiert. In diesem Fall empfiehlt sich ein Zwischenstecker mit Fehlerstromschutz. Der FI-Schalter sollte abgesehen davon regelmäßig, das heißt, bestenfalls zwei Mal pro Jahr auf seine uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit geprüft werden.

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