Hausbau: Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Wärmebeschaffung

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Spätestens mit den aktuellen Verwerfungen auf dem Öl- und Gasmarkt und den daraus folgenden Preiserhöhungen, beschäftigen sich viele Eigenheimbesitzer mit der Frage, ob die eingebaute Heizung für die Zukunft geeignet ist. Der Erdgaspreis hat aktuell sogar die Marke von 200 € je Megawattstunde überschritten. Ähnliche Entwicklungen sind beim Erdölpreis zu verzeichnen. Viele haben nun Angst, dass sie demnächst ihre Gasrechnung nicht mehr bezahlen können. Darüber hinaus schweben ein möglicher Lieferstopp für Erdgas aus dem Osten und mangelnde Substitutionsmöglichkeiten beim Gas wie Damoklesschwerter über die Besitzer einer Gas- oder auch Ölheizung.

Die Angst vor einem kalten Winter 2022/23 ist bei den Verbrauchern allgegenwärtig.

Auch die Gasanbieter sind extrem verunsichert, weil sie nicht wissen, wie die weitere Entwicklung sein wird. So hat beispielsweise die Berliner GASAG vor einigen Tagen vermeldet, dass sie keine weiteren Verträge mit festen Laufzeiten und damit fixierten Preisen mehr abschließt. Das Risiko noch weiterer Preissteigerungen ist derzeit viel zu hoch. Andere Gasversorger dürften dem Beispiel der Berliner GASAG in Kürze folgen. Ob es eine Gaspreisdeckelung geben wird, ist ebenfalls fraglich, da solche Eingriffe in den Markt auch noch weitere Folgen haben, die sich negativ auf die Wirtschaft auswirken können.

Neue Heizung einbauen – Probleme sind vorprogrammiert

Nicht wenige Hausbesitzer wollen sich angesichts der dramatischen Entwicklungen beim Erdgas und beim Erdöl eine neue Heizung einbauen. Das ist jedoch nicht immer ganz so einfach, sodass selbst der in der Vergangenheit aus der Mode gekommene Kachelofen wieder ganz oben im Kurs steht, zumal er mit nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Pellets befeuert werden kann und damit in Sachen Nachhaltigkeit wesentlich weiter ist, als die meisten Öl- oder Gasheizungen.

Aber auch wenn man davon absieht, welche Heizungsart überhaupt infrage kommt, ist derzeit wohl das größte Problem überhaupt einen Heizungstechniker zu bekommen, um die vorhandene Heizung umrüsten oder austauschen zu können. Die gesamte Heizungstechnik-Branche ist wegen der aktuell riesigen Nachfrage, aber auch wegen des Nachwuchs- und Fachkräftemangels sowie wegen Materialengpässen auf Monate ausgebucht.

Welcher Heizungsmix für die Zukunft am sinnvollsten sein könnte?

Öl- und Gasheizungen, machen heute neben Fernwärme, die häufig noch in Kohlekraftwerken erzeugt wird, den größten Anteil der Heizungsarten aus. Der Anteil dürfte in der Zukunft jedoch stark zurückgehen. Schon seit Beginn des Jahres werden keine reinen Gasheizungen mehr vom Staat gefördert. Gefördert werden allenfalls noch Hybrid-Gasheizungen, die den neusten Energieregelungen im Hausbau entsprechen. Bei einer Kopplung mit Solarthermie werden vom Staat immerhin noch 20 % der Kosten übernommen.

Letztendlich besteht das Problem, dass es außer Fernwärme, neben Gas- und Ölheizungen nur Holz- und Pellet-Heizungen sowie Heizungen mit Brennstoffzellen als zuverlässige und vor allem in den Wintern hierzulande ausreichende und vor allem günstige Alternativen gibt.

Verschiedene Heizungstypen

  • Ölheizung
  • Gasheizung
  • Fernwärme
  • Holzheizung
  • Pellet-Heizung
  • Solarstromheizung
  • Solarthermie Heizung
  • Wärmepumpen

Heizungen mit Wärmepumpen verbrauchen insgesamt noch zu viel Strom und mit Anschaffungskosten um die 30.000 € viel zu teuer. Heizen mit Solarstrom oder Solarthermie bringt gerade im Winter hierzulande keine ausreichende Leistung, sodass andere Brennstoffe zusätzlich verheizt werden müssen. Mit einer Solarheizung können im Winter gerade einmal 40 bis 60 % des Wärmebedarfs eines Vier-Personen-Haushalts abgedeckt werden.

Heizungen mit Brennstoffzellen sind derzeit ebenfalls noch sehr teuer. Für die Planung der Heizungsanlage, die Anschaffung der Brennstoffzelle und den Ein und Umbau der Heizung muss mit Kosten von nicht unter 30.000 € gerechnet werden.

In vielen stadtnahen Bereichen ist auch ein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich. Bei bereits verlegten Rohren ist der Anschluss mit 3.000 bis 5.000 € in vielen Fällen vergleichsweise erschwinglich. Jedoch gibt es Anbieter, die ihre monopolartige Stellung ausnutzen und höhere Preise verlangen. Zusätzliche Kosten für die Umrüstung der Heizung müssen ebenfalls eingeplant werden. Hinzu kommt, dass bei Preiserhöhungen des Versorgers kein Anbieterwechsel möglich ist. Ein weiteres Problem sind die hierzulande oft noch vorhandenen Kohlekraftwerke, was der Klimabilanz nicht unbedingt zuträglich ist. Der Kohleausstieg wird ebenfalls kommen. Dann muss wegen der Umrüstungen in den Kraftwerken mit weiteren Kosten für die Verbraucher gerechnet werden.

Letztendlich bedeutet das für Hauseigentümer in der aktuellen Situation nicht panisch zu reagieren, sondern mit einem Energieberater, die Ausgaben hierfür werden vom Staat zum Teil übernommen, über einen sinnvollen Mix für die Gas- oder Ölheizung gesprochen werden sollte. Wo es möglich ist, kann auch eine Pelletheizung oder im Einzelfall ein Kachelofen eingebaut werden. Möglich ist auch, die für die Warmwasserversorgung benötigten Wärmebedarf durch den Einsatz Warmwasserspeichern zu optimieren.

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