Ökologisch Bauen liegt im Trend

Mustrhaus-Bad-Vilbel-

Ökologisch bauen bedeutet, sich ein angenehmes Wohnumfeld zu schaffen. Ökologisch Bauen ist aber auch ein entscheidender Beitrag zur Ressourcen-Schonung und zum Klimaschutz. Spätestens mit Beginn der Fridays-for-Future-Bewegung war das Thema in aller Munde und in allen Köpfen. Auch während über Machbarkeit und Umsetzung noch diskutiert wird, bewegt sich etwas: So will die Bundesregierung Klimaneutralität schon 2045, also fünf Jahre früher als ursprünglich geplant, erreichen. Wie du ökologisch bauen kannst und was das für eine Rolle beim Klimaschutz spielt, erfährst du hier!

Warum soll ich ökologisch bauen?

Hatte das Thema Ökologisch bauen vor Jahren noch Nischen-Charakter, ist es heute eine Notwendigkeit. Der Grund: unser Ressourcen-Verschleiß ist zu groß: Wenn alle Menschen den gleichen Bedarf wie wir Deutschen hätten, wären drei Erden notwendig, um diesen zu decken. Es geht darum, einen kleinen sogenannten CO2-Fußabdruck zu hinterlassen, um die Bio-Kapazität nicht zu überfordern. Für dein neues Haus heißt das: ökologisch bauen mit wenig Energie am Bau des Hauses und dabei wenig Schadstoffe verursachen. So kannst du dir und nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt erhalten.

Ökologisch bauen: Bio Kapazität weltweit.
Ökologisch bauen: Bio Kapazität weltweit. Grafik: Footprint Network

Was bedeutet Ökologisch bauen?

Bei allen ökologischen Baustoffen geht es um deren „Graue Energie“. Das sind die Energiemengen und Treibhausgas-Emissionen, die in den Baumaterialien stecken: Energieaufwand für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf, Entsorgung und Recyclingfähigkeit. Ökologisch Bauen bedeutet also mehr als baubiologisch einwandfreie Baustoffe zu verwenden. Beispiel Schafwolle: Wenn sie aus Neuseeland als Dämmung in unseren Hauswänden landet, ist das aus Transportgründen keine ökologische Lösung. Ebenso wenig wie holzbasierte Produkte, deren Rohstoff aus Übersee – im schlimmsten Fall aus ökologisch wertvollen Urwäldern – stammt.

Beispiel Holzfaserplatte: Sie hat zwar gute Dämmeigenschaften gegen Kälte, Hitze und Lärm. Und der Baum, aus dem sie entsteht, nutzt für sein Wachstum Sonnenenergie und bindet das klimaschädliche CO2. Um die Holzfasern aufzuschließen, benötigt der Herstellungsprozess der Platten im Vergleich zu anderen nachwachsenden Dämmstoffen aber viel Energie. Merke: Ökologisch bauen heißt auf die Ökobilanz eines Produkts zu achten.

Was ist eine Ökobilanz?

Ökologie ist die Wechselbeziehung zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt, wobei der ungestörte Haushalt der Natur im Vordergrund steht. Bauen ist prinzipiell ein Eingriff in die Natur. Ökologisch bauen bedeutet, diesen Eingriff möglichst schonend zu vollziehen und mit möglichst geringen negativen Folgen für die Umwelt. Die sogenannte Ökobilanz betrachtet die Lebenszyklen von Baustoffen unter fünf Gesichtspunkten.

  1. Rohstoffgewinnung: nachwachsender oder begrenzter Rohstoff? Vorräte, Herkunft, Transport, Gewinnung, Umweltbelastung, Abfallstoffe, Verpackung.
  2. Produktion: Verfahren, Recycling, Abfallstoffe, Emissionen, Arbeitsplatz-Belastung, Transport, Verpackung.
  3. Verarbeitung: Arbeitsablauf, Arbeitsplatz-Gestaltung, Emissionen, Abfälle und Verpackung.
  4. Nutzung: Schadstoffabgabe, Brandverhalten, elektrisches Verhalten und Aufladbarkeit, Hygiene, Beständigkeit, Lebenserwartung, Folgekosten (Unterhalt, Reparaturen).
  5. Verwertung und Entsorgung: Ausbau und Wiederverwertung, Recycling, Verbrennung oder Deponie/Sondermüll?

Welche Baustoffe unterstützen den Umwelt- und Ressourcenschutz?

Sowohl der Baustoff Holz beziehungsweise Holzwerkstoffe (wie Holzweichfaser-Dämmungen für die Außenfassade, sowie auch nicht erdölbasierte Dämmstoffe) unterstützen die Umwelt und sind ressourcenschonend.

Holger Linke

Wie ökologisch sind Holzhäuser?

Ökologisch bauen mit Holz ist aufgrund seiner Material-Eigenschaften ein beliebter Baustoff: Er ist – bei hoher Festigkeit – leicht, reguliert auf natürliche Weise die Raumluft-Feuchtigkeit und verfügt über gute Wärmedämm-Eigenschaften. Und er speichert gleichzeitig viel Wärme. Vor allem ist Holz ein CO2-Speicher und hat als Baustoff viele Vorteile: als konstruktives Material in den Wänden oder in Form einer Dämmung aus Holzfasern. Ein konsequent mit Holz konstruiertes Haus speichert über 40 Tonnen CO2. Dieser Wert entspricht dem durchschnittlichen Kohlendioxid-Ausstoß eines Mittelklasse-Fahrzeuges in 20 Jahren bei 10.000 Kilometer Jahres-Fahrleistung. Ökologisch bauen mit Holz macht Platz für neue Bäume im Wald, die CO2 binden und die Atmosphäre entlasten.

Ökologisch bauen mit Holz aus Baumstämmen mit PEFC Logo.
Ökologisch bauen: Holz aus Baustämmen mit PEFC-Logo. Bild: PEFC

Ökologisch bauen – gibt es genug Holz?

Deutschland ist ein Holzland: Knapp ein Drittel der Fläche – circa elf Millionen Hektar – des Bundesgebietes ist Waldfläche. Jedes Jahr wachsen hierzulande pro Hektar Waldfläche durchschnittlich zehn Kubikmeter Holz nach. Insgesamt pro Jahr rund 120 Millionen Kubikmeter: Davon dienen 70 Millionen Kubikmeter für die Holzfällung und die Nutzung. Diese nachhaltige Nutzung des Waldes, bei der die Holz-Ernte maximal so groß ist wie die Holzmenge, die nachwächst, ist wichtig. Sie sichert den Wald für künftige Generationen. Beim Kauf von Holzprodukten oder beim Thema Ökologisch bauen sind eine regionale und vor allem nachhaltige Herkunft des Rohstoffes wichtig. Labels wie das PEFC Zeichen bürgen dafür.

An was kann ich ökologische Baustoffe erkennen?

Baustoffe mit denen du ökologisch bauen kannst, erkennst du an bestimmten Labels. Der unabhängige Verein Nature-Plus vergibt ein Qualitätszeichen an Baustoffe aus nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen. Diese sind sozialverträglich und umweltfreundlich produziert, haben keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und lassen sich gut recyceln oder entsorgen. Um das Label des Kölner Eco-Institutes zu erhalten, müssen Baustoffe toxikologisch unbedenklich sowie umweltverträglich sein. Die Kriterien für die Vergabe des Eco-Institut-Labels entwickelt das Institut unabhängig von den Labelnehmern. Der Vergabeprozess ist transparent und wird regelmäßig kontrolliert. Das Umweltbundesamt vergibt den „Blauen Engel“ für unterschiedliche Schutzziele: „Schützt Mensch und Umwelt“ zeichnet Bauprodukte aus, die bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung hohen ökologischen Kriterien entsprechen. Willst du nicht nur ökologisch bauen, sondern darüber hinaus Wert auf ein gesundes Haus legen? Dann wirst du auf dem Portal des Sentinel Haus Instituts fündig. Hier findest du eine große Datenbank mit Produkten, Hausanbietern und Experten für die das gesunde Bauen.

Was sind ökologische Baustoffe?

Ökologische Baustoffe sind zum einen nachwachsende Rohstoffe (zum Beispiel der Baustoff Holz). Bei Holzwerkstoffen und Dämmstoffen ist darauf zu achten, dass keine schädlichen Bindemittel verwendet werden. Weiterhin sind ökologische Dämmstoffe nicht erdölbasierend und werden im Idealfall mit natürlichen Grundstoffen hergestellt wie zum Beispiel Holzweichfaser-Dämmungen im Wärmedämm-Verbundsystem.

Holger Linke

Heißt ökologisch bauen auch nachhaltig bauen?

Bei einer Nachhaltigkeits-Betrachtung wird das Thema Ökologisch bauen zusammen mit ökonomischen und sozialen Aspekten analysiert. In Deutschland haben sich zwei Systeme zur Bewertung von Nachhaltigkeit etabliert: Das System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit Zertifikaten für kleine Wohngebäude bis zu sechs Wohnungen. Und das Bewertungssystem nachhaltige Kleinbauten (BNK) für Ein- bis Fünffamilienhäuser. Anders ausgedrückt: ökologisch Bauen ist Voraussetzung für Nachhaltigkeit!

Ökologisch bauen: Wandaufbau von Fingerhut Haus, von außen nach innen: Fugenloser dampfdiffusionsoffener Außenputz (A). Voranstrich (B). Mineralischer Grundputz (C). Glasfaser-Armierungsgewebe (D). Holzweichfaser-Dämmplatte (E). Holzrahmenfachwerk aus Konstruktions-Vollholz (F). Mineralwoll-Dämmstoff WLG 032 mit ECOSE-Technologie (blauer Engel) (G). Holzwerkstoffplatte (H). Fadenverstärktes Papier für diffusionsoffene Konstruktionen (I). Gipskartonplatte (J). Zweite Dichtebene unterhalb der Außenfensterbank (K).

Was ist eine ökologische Dämmung?

Dämmstoffe auf pflanzlicher Basis schneiden am besten ab, wenn es um den Bereich Ökologisch Bauen geht. Zum einen binden sie bei ihrer Entstehung einiges an Kohlenstoff und entfernen ihn damit aus der Atmosphäre. Zum anderen erfordert ihre Verarbeitung in der Regel keinen großen Energieaufwand. Ihre Dämmleistung ist in der Regel nicht ganz so gut. Wichtig ist ebenso die Recycling-Fähigkeit: Jeder Baustoff, der ohne großen Aufwand wieder verwendbar ist, verbessert die CO2-Bilanz. Bei nachwachsenden Dämmstoffen machen Beimischungen wie Flammschutz-, Hydrophobierungs-, Mottenschutzmittel oder synthetische Stützfasern eine Wiederverwertung eventuell nicht lukrativ. Eine Studie des Umweltbundesamtes ergibt: Die Herstellung der Wärmedämmung hat einen Anteil von sechs bis sieben Prozent an den CO2-Emissionen, die insgesamt beim Hausbau entstehen.

Wie baue ich ein nachhaltiges und ökologisches Haus?

Mit dem Einsatz von regenerativen Heiztechniken und ökologischen Baumaterialien sowie auch wärmedämmenden Gebäudehüllen kann ein nachhaltiges und ökologisches Haus gebaut werden. Weiterhin sollte in der Planung das Hauptaugenmerk auf eine möglichst lange Verwendung des Gebäudes gelegt werden. So zum Beispiel die Berücksichtigung von barrierefreien Einheiten, und das Einplanen von multipel nutzbaren Zimmern wie zum Beispiel Gästezimmer oder Büros.

Holger Linke

Ökologisch bauen mit Fertighäusern?

QDF-Qualitätszeichen Deutscher Fertigbau
Ökologisch bauen: Das QDF Logo – ein Zeichen für streng geprüfte Hausbauqualität im Fertigbau.

Renommierte Fertighaus-Hersteller sind im Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) organisiert. Dort haben sie sich in der Qualitäts-Gemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) grundsätzlich zu umwelt- und gesundheitsverträglichen Baulösungen verpflichtet. Das heißt ökologisch bauen ist für Fertighersteller kein Versprechen, sondern gelebte Realität. Deren Umsetzung wird regelmäßig unabhängig kontrolliert. Fertighäusern von Herstellern im BDF liegt eine Holzkonstruktion zugrunde. Der natürliche Baustoff hat eine hohe Tragfähigkeit, er kann die Raumluftfeuchte regulieren und verfügt über gute Wärmedämm-Eigenschaften. Und er ist ein nachwachsender, heimischer Rohstoff und CO2-Speicher.

Viele Hersteller setzen beim gesamten Wandaufbau auf natürliche Rohstoffe. Sie wählen neben Holz aus heimischer, zertifizierter Forstwirtschaft, Holzfaser- und Zellulosedämmung. Aber auch künstliche, schadstoffgeprüfte Baumaterialien kommen zum Einsatz, wenn sie mit wenig Energie herstellbar und recycelbar sind. Beim Thema ökologisch Bauen wirkt der Fertigbau also beispielhaft. Er erfreut sich nicht umsonst eines stetig steigenden Anteils am Gesamtmarkt des Ein- und Zweifamilien-Hausbaus.

Fingerhut Haus_WHOG_Ökologisch Bauen

Wie erkenne ich, dass ein Haus ökologisch und nachhaltig gebaut ist?

Zum einen erkennt man die Nachhaltigkeit sowie auch die Ökologie des Hauses an den Energieverbräuchen, welche in den Energie-Bedarfsberechnungen ermittelt werden. Die Nachhaltigkeit lässt sich anhand der Grundrisskonzepte und Wohnkonzepte feststellen und ist teilweise mit Zertifikaten hinterlegt. Nicht zuletzt liegt es natürlich auch an den verwendeten Baustoffen. Baustoffe sollten kurze Transportwege – am besten innerhalb Deutschlands – und in der Herstellung geringe Energieverbräuche aufweisen.

Holger Linke

Ökologisch bauen: Haushülle und Haustechnik gehen Hand in Hand

Holz-Fertighäuser gibt es mit unterschiedlichen technischen Ausstattungen, die ein mit der Haushülle perfekt abgestimmtes, erprobtes System ergeben. Es lassen sich damit nicht nur die Kosten für die Technik gut einschätzen. Sondern ebenso die durch sie zu erwartenden Einsparungen beim Energiebedarf. Wichtig: wenn du von der staatlichen Förderung durch die KfW-Bank für energieeffiziente Gebäude profitieren möchtest, solltest du ökologisch bauen. Die Förderung erhältst du nur, wenn das fertige Haus so energieeffizient ist wie die Planung es vorsieht. Weil sie wissen, dass ihre Häuser den Praxistest bestehen, garantieren viele Anbieter einen hohen Effizienzstandard: Moderne Holz-Fertighäuser haben in der Regel den KfW-Effizienzstandard 55, 40 oder 40 Plus. Das bedeutet einen minimalen Energieverbrauch bis hin zu einem rechnerischen Überschuss. Ökologisch Bauen bedeutet im Extrem Energiekosten, die gegen Null gehen.

Ökologisch bauen mit dem Musterhaus Günsburg von Fingerhut Haus.
Ökologisch bauen: Musterhaus Günzburg, ein Effizienzhaus 40 Plus, wurde mit der Note ‚Sehr gut‘ für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet.

Wie ökologisch bauen?

Die Gebäude in Deutschland verursachen laut Bundesumweltamt rund 35 Prozent des Endenergie-Verbrauchs und etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen. Sie bergen gleichzeitig große Einsparpotenziale und stehen daher bei Klimaschutz-Bemühungen besonders im Fokus. Gesetzt wird auf erneuerbare, regenerative und umweltschonende Energieträger, wie Sonne, Wind und Biomasse. Mit einem Neubau bist du bei der effektiven Nutzung von regenerativen Energien klar im Vorteil! Neue, nach den Anforderungen des geltenden Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) gebaute Häuser haben in der Regel eine gute Dämmung und eine hohe Dichtheit. Ihr verbleibender, geringer Energiebedarf ist problemlos zu großen Teilen aus regenerativen Quellen zu decken. Hierfür bieten sich die unterschiedlichsten Systeme zur Nutzung der Erneuerbaren an. In der Regel sind diese gut miteinander zu kombinieren. Im Idealfall ermöglichen sie sogar eine komplett regenerative Versorgung des Haushalts mit Strom und Wärme. Merke: Ökologisch bauen heißt heizen mit regenerativen Energien.

Was kostet ein ökologisch und nachhaltig gebautes Haus?

Die Kosten eines ökologischen und nachhaltig gebauten Hauses hängen stark von den Grundrissen und den Ansprüchen der Bewohner ab. Auch die Ausstattung hat erheblichen Einfluss auf die Kosten. Daher kann die Frage nicht in Zahlen beantwortet werden.

Holger Linke

Sonne als wichtigste regenerative Energiequelle

Im Ein- und Zweifamilienhaus stehen die regenerativen Quellen Sonne, Umweltwärme sowie Biomasse – hier vornehmlich Holzpellets – im Fokus. Die Nutzung von Windenergie ist zwar möglich, hat sich aber bei der individuellen Nutzung nicht etabliert. Wärmepumpen machen meist Umweltwärme nutzbar. Sie zapfen Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser an. Die wichtigste regenerative Energiequelle ist die Sonne für Solarthermie und Photovoltaik. Solarthermieanlagen werden mit einem großen Warmwasserspeicher kombiniert, um die tagsüber gewonnene Energie zu speichern. Der Strom aus Photovoltaikanlagen verwandelt sich entweder mithilfe einer elektrischen Wärmepumpe in warmes Wasser und gelangt in einen Speicher. Oder er parkt in einer Hausbatterie für die spätere Nutzung. Wenn du ein KfW-Effizienzhaus 40 plus bauen willst, kommst du nicht ohne Photovoltaik – am besten mit Batteriespeicher – aus. Merke: Ökologisch bauen bedeutet Energie-Unabhängigkeit bis hin zur Autarkie.

Smarthome – gut für die Ökobilanz?

Das Fraunhofer Institut für Bauphysik in München fand in einer Studie mit einer vernetzten Heizungssteuerung heraus: Bis zu 31 Prozent Energie und Kosten lassen sich einsparen, wenn die Heizung einer vernetzten Steuerung unterliegt. 24 Prozent der Einsparungen entstanden durch die Abwesenheits-Automatik, welche die Temperatur automatisch absenkt, sobald der letzte Bewohner die „Home Zone“ verlässt. Weitere sieben Prozent sparte die vorausschauende Regelung mittels Online-Wetterdaten ein. Einen weiteren Aspekt beleuchtete das „American Council for an Energy Efficient Economy“: Nämlich Bewohner, die den Energieverbrauch ihrer Geräte und Anlagen über ein Smarthome-System oder einen Energiemonitor im Detail kennen. Sie sparen allein dadurch im Durchschnitt zwölf Prozent Energie ein. Ökologisch bauen heißt dementsprechend auch, dass es sich lohnt, deine Haustechnik clever zu steuern.

Muss ich von Gesetzes wegen ökologisch bauen?

Die energetischen Baustandards in Deutschland schreibt das sogenannte Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) fest. Es regelt, welche bautechnischen Anforderungen zum Energieverbrauch dein neues Haus erfüllen muss. Die entsprechende Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sieht die Effizienzhausstufen 55, 40 und 40 Plus vor. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Differenzierungen, die mit den Effizienzhausstufen kombinierbar sind: Eine neue EE-Klasse, wenn der Wärme-/Kältebedarf zu mindestens 55 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Außerdem eine Nachhaltigkeits-(NH)-Klassifizierung, wenn das Gebäude ein Nachhaltigkeits-Zertifikat hat. Dieses muss von einer akkreditierten Zertifizierungs-Stelle kommen. Liegt eine der beiden neuen Voraussetzungen vor, fällt die Förderung hinsichtlich der förderfähigen Kosten und Fördersätze lukrativer aus. Konkret erhöhen sich die jeweiligen Fördersätze um 2,5 Prozent. Und die maximal ansetzbaren, förderfähigen Kosten sowie der maximale Kreditbetrag steigen dann von 120.000 auf 150.000 Euro. Wenn du keinen Kredit mit Tilgungszuschuss von der KfW brauchst, kannst du auch nur den Zuschuss bekommen. Die genauen Fördersummen für die einzelnen Effizienzhausstufen kannst du der Tabelle entnehmen.

Mit Fördergeldern ökologisch bauen

Effizienzhaus(Tilgungs-)Zuschuss in Prozent je WohnungBetrag je Wohnung
Effizienzhaus 40 Plus25 % von max. 150.000 € Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 37.500 €
Effizienzhaus 4020 % von max. 120.000 € Kreditbetrag / förderfähige Kostenbis zu 24.000 €
Effizienzhaus 40 mit Erneuerbare-Energien-
Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse
22,5 % von max. 150.000 € Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 33.750 €
Effizienzhaus 5515 % von max. 120.000 € Kredit / geförderte Kostenbis zu 18.000 €
Effizienzhaus 55 mit erneuerbare-Energien-
Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse
17,5 % von max. 150.000 € Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 26.250 €
Tabelle ökologisch bauen: Neu Förderklassen; Quelle KFW

Wenn du ein neues Effizienzhaus baust oder kaufst, fördert das die KfW-Bank. Wahlweise mit einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss.

Warum ist Recycling auch im Baubereich wichtig?

Die Ressourcen der Erde werden immer knapper, gleichzeitig steigt die Müllproduktion weiterhin an. Gebäude gehören zu einem der größten Ressourcen-Verbraucher, weil das Thema hier über Jahrzehnte keine Relevanz hatte. Deshalb ist es wichtig, Konzepte zur Konstruktion von kreislauffähigen Gebäuden und die Kreislaufführung von Baumaterialien voranzutreiben. Recycling oder sogar die direkte Wieder- oder Weiterverwendung vorhandener Baustoffe ist heute schon möglich und muss nur gewollt sein. Wichtiger ist es jedoch, Materialien so zu entwickeln, dass sie dauerhaft und immer wieder genutzt werden können. Denn wenn wir Recycling nur als Downcycling betreiben, wird das Ressourcen- und Müllproblem nur zeitlich verschoben.

Dr. Christine Lemaitre, ­Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)

Was bedeutet Cradle-to-cradle beim ökologisch Bauen?

Im Bauwesen würden wir cradle-to-cradle als Materialkreislauf der Baumaterialien bezeichnen. Insbesondere wird betrachtet, wie die Materialien nach einem Ende eines Nutzungszyklus des Gebäudes wiederzuverwenden oder zu recyceln sind.

Holger Linke

Fazit

Ökologisch Bauen geht jeden an, jeder hinterlässt einen messbaren Ökologie- oder CO2-Fußabdruck auf der Erde. Willst du unseren Planeten für künftige Generationen lebenswert erhalten? Dann führt an einem verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen und Energie kein Weg vorbei. Dazu kannst du nicht nur „im Kleinen“, das heißt im Alltag bei Mobilität, Haushalt, Arbeit und Freizeit vieles tun. Auch bei großen Entscheidungen im Leben wie dem Bau deines eigenen Hauses kannst du Ressourcen und Umweltbelastungen ins Kalkül ziehen. Ökologisch Bauen ist viel mehr als die Addition von Naturbaustoffen. Ökologisch Bauen meint alle Entstehungs-, Recycling- und Entsorgungsaufwendungen für ein Produkt, eben seinen kompletten Lebenszyklus. Ökologisch Bauen bedeutet gut bauen, gut wohnen und dabei gut mit der Umwelt umgehen! Ökologisch bauen? Ein Muss!

Hausbilder: Fingerhut Haus
Zitate: Holger Linke, Geschäftsführender Gesellschafter, Fingerhut Haus








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